
IWC Presseinformationen:
Schaffhausen, 10. Dezember 2008 – Eine glanzvolle Siegerehrung gab
den Anstoss zur Grossen Fliegeruhr Edition Markus Bühler. Denn längst
bevor die exklusive Auflage von zwölf Exemplaren verwirklicht wurde,
sorgte das ursprüngliche, kunstfertig verfeinerte Taschenuhrwerk für
grosses Aufsehen: Am Nachwuchswettbewerb Prix IFHH de l’Horlogerie 2003
(heute Concours IHC) wurde es mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Markus
Bühler, der innovative Erfinder und Erbauer des Turbinenwerks,
beeindruckte damals als IWC Uhrmacherlehrling nicht nur die Jury,
sondern auch seine Vorgesetzten. Die Idee, auf der Basis des
Siegeruhrwerks ein Sondermodell zu lancieren, war geboren.
Die Uhr ist ein Blickfang und verrät schon beim ersten Augenschein
ihren aussergewöhnlichen Charakter. Als Sekundenanzeige dreht ein klein
dimensioniertes Flugzeugtriebwerk, und das Herzstück bilden Federhaus
und Sperrrad, die in der Form von Schaufelrädern skelettiert sind und
zusammen mit einem applizierten Metallring eine Flugzeugturbine im
Kleinformat darstellen. Aussergewöhnlich ist auch der Entstehungsprozess
der Grossen Fliegeruhr Edition Markus Bühler. Längst bevor die
herausragenden Zeitmesser dieser Tage exklusiv in den Schweizer
Boutiquen in den Handel gelangen, sorgte das darin eingebaute
modifizierte Taschenuhrwerk für Furore: Das Turbinenwerk errang 2003 im
Rahmen eines Nachwuchswettbewerbs den 1. Platz, den das Bildungsinstitut
«Institut de Formation à la Haute Horlogerie» ausgeschrieben hatte. Mit
44 von 50 möglichen Punkten stellte IWC Lehrling Markus Bühler seine 63
Mitkonkurrenten aus namhaften Uhrenhäusern in den Schatten. Der
aussergewöhnlich talentierte Junguhrmacher stand damals mit seiner
Arbeit im Rampenlicht und erntete Lob von allen Seiten. Inmitten dieser
Euphorie entstand die Idee, eine kleine, aber feine Sonderedition dieser
bemerkenswerten Arbeit zu fertigen und in Kleinstserie von nur gerade
zwölf Exemplaren zu lancieren. Bis diese Idee zur Grossen Fliegeruhr
Edition Markus Bühler reifte, vergingen ein paar Jahre. Markus Bühler
hatte längst die Lehrabschlussprüfung mit der Glanznote 5,9
abgeschlossen. Seine ausgezeichneten Berufskenntnisse ebneten ihm sofort
den Weg in die Entwicklungsabteilung, wo er als Prototypenbauer und
Berater der Konstrukteure sein Fachwissen einbrachte, bevor er zur
Industrialisierung wechselte und heute als Projektmanager die
Werkmontage betreut. Dass er berufsbegleitend ein Studium in
Maschinenbautechnik aufgenommen hat, kommt seiner täglichen Arbeit
zweifellos zugut.
Anspruchsvolle Wettbewerbskriterien
Die Wettbewerbsjury hatte die Aufgabe gestellt, an einem «Unitas»-Taschenuhrkaliber
die Zugfeder auf möglichst kreative Art freizulegen. Um dies zu
erreichen, mussten Federhaustrommel, Federhausbrücke und Sperrrad durch
Skelettierung sichtbar gemacht werden. Dabei galt es technisch
einwandfrei, sauber und funktionell zu arbeiten, die Funktionen beim
Aufziehen zu gewährleisten und dabei erst noch durch Originalität zu
punkten. Markus Bühler, ein leidenschaftlicher und lösungsorientierter
Tüftler, entschied sich für eine Variante, welche die Funktion abstrakt
darstellt und zwei Extreme aufeinandertreffen lässt. «Das Federhaus
einer Uhr durch die Miniatur-Turbine eines Passagierflugzeugs zu
ersetzen scheint auf den ersten Blick eine kühne Idee zu sein», blickt
Markus Bühler heute zurück, «und doch haben beide Motoren dieselbe
Aufgabe. Sie sind für den Antrieb zuständig.» Zwar bewegen sich die
Drehzahlen je am anderen Ende der Skala – während eine Flugzeugturbine
mit 150 000 Umdrehungen pro Minute arbeitet, dreht sich das Federhaus in
derselben Zeit lediglich 0,0033 Mal und damit höchstens drei bis vier
Mal am Tag. Doch seine Pläne überzeugten nicht nur den Leiter der
technischen Lehrlingsausbildung, das Resultat beeindruckte auch die Jury
und brachte dem Jungtalent den mit einer Reise nach New York dotierten
1. Preis ein.
Von der Idee zur optischen Ausführung
Markus Bühler fand spät zur Uhrmacherei. Obschon er als Kind
leidenschaftlich technisches Spielzeug auseinandernahm und wieder
zusammenbaute und sich später für den Modellbau begeisterte, stieg er
mit einer Berufslehre als Zimmermann ins elterliche Geschäft ein und
bildete sich bis zum Polier weiter. Erst als die körperliche
Schwerarbeit seinen Tribut forderte, orientierte sich Bühler neu und
fand mit 28 Jahren zur Uhrmacherei und damit zur IWC. Eine Entscheidung,
die für beide zum Glücksfall geriet. Markus Bühler war nicht nur
fasziniert von der Mechanik, er überzeugte seine Ausbildner auch durch
einen starken Willen, eine schnelle Auffassungsgabe und ein angenehmes
Wesen. Das Projekt der Edition Markus Bühler nahm der ambitionierte
Uhrmacher mit der ihm eigenen Gründlichkeit in Angriff. Zusammen mit
einem IWC-Designer brütete Markus Bühler über Entwürfen für ein
ansprechendes Zifferblatt, studierte Cockpitinstrumente und
Flugzeugantriebe und feilte an verschiedenen Varianten. Schliesslich
sollte die Turbine nicht nur auf der Uhrenrückseite sichtbar sein,
sondern auch auf dem Zifferblatt eine Rolle spielen. Bühler entschied
sich dafür, die Turbine als Sekundenanzeige in Szene zu setzen. Als
aufwändiger Bronzeguss dreht nun das Schaufelrad seine Runden und
verleiht der Grossen Fliegeruhr Edition Markus Bühler ihre unverkennbare
Ausstrahlung.
Im Sinne der Nachwuchsförderung
Als Projektleiter seiner eigenen Uhr band Markus Bühler auch den
internen Uhrmachernachwuchs in den Bau der Sonderedition ein. Während
ihm damals die Wettbewerbsjury innerhalb von zwei Wochen lediglich 30
Stunden für die Ausführung zugestand, investierten die hoch motivierten
IWC-Lehrlinge ihr ganzes Können und all ihren Ehrgeiz in das
«Bühler-Projekt», das ungeachtet der Arbeitszeit ganz einfach perfekt
werden sollte. Alle Vorrichtungen und Werkzeuge entwickelte Bühler
eigens für den Bau seiner Uhr und fertigte diese zusammen mit den
Lernenden. Bis ins kleinste Detail überwachte er den Arbeitsprozess, gab
da präzise Anweisungen und dort eine Hilfestellung und freute sich über
den Eifer des internen Berufsnachwuchses. Für die Brückenverzierung
legte Markus Bühler selbst Hand an. Unterstützt vom lernenden
Oberflächenveredler brachte er in aufwändiger Handarbeit den
asymmetrischen Rundschliff an der Drehbank zur Vollendung. «Es war eine
grossartige Erfahrung, als Gemeinschaftswerk an der Verwirklichung
dieser Uhr zu arbeiten», resümiert Bühler, «unsere Lernenden haben
gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen schlummert und haben ganze Arbeit
geleistet.» Wie jede IWC-Uhr haben auch die zwölf Grossen Fliegeruhren
Edition Markus Bühler sämtliche strengen Testverfahren und
Qualitätskontrollen durchlaufen.
Lange Ausbildungstradition
Dass die Uhrmacherei nicht nur ein Beruf, sondern eine eigentliche
Passion ist, zeigt sich auch darin, dass nach Arbeitsschluss oft im
privaten Rahmen weitergetüftelt und gebaut wird. Markus Bühler etwa hat
in seiner Freizeit in rund achthundert Stunden selber ein Tourbillon
gebaut. Aus 87 Rohteilen – von der Platine über den Drücker bis zum
Tourbillonkäfig entstand in eigener Regie ein einzigartiger
Marine-Chronometer, der den alten Schiffsuhren alle Ehre macht. Dass
dieses Prachtstück unverkäuflich ist, versteht sich von selbst. IWC ist
bekannt dafür, grossen Wert auf eine gute Lehrlingsausbildung zu legen.
Schliesslich bildet die Manufaktur seit ihrer Gründung 1868
kontinuierlich Uhrmacher-Lehrlinge aus. «Unser beruflicher Nachwuchs ist
unsere Zukunft», doppelt CEO Georges Kern nach. Selbst in den
Krisenjahren der 1970er gab die International Watch Company die
mechanische Uhr nicht verloren und investierte unbeirrt ihr ganzes
Fachwissen in neue Kräfte. Eine gute Entscheidung, die sich gerade
heute, wo der Mangel an Fachkräften für viele Unternehmen zum Problem
geworden ist, bezahlt macht.